A Confession: I Am a Spiritual Believer

Until lately I have fallen victim to the anti-spiritual world we live in. And I mean ANTI-spiritual in the way that we shame people who openly engage in spirituality. We – and that included me – treat them as esoteric wackos and with derision. So less and less people engage openly in their beliefs and the rituals that accompany them. Again including me. And worse I was proud to actually be an agnostic. And to believe in nothing at all.

For two years now things are changing in my life. I came into a spiritual awakening. I notice beliefs growing. In January then I had two encounters with my friends Ilja and Doreen, who I love dearly and trust deeply. And I dared to have them a peek at my spirituality as well as my unwillingness to let it be seen or known in the open. And I told them about my fear of the newly sprouting plant to be crushed under the weight of the criticism. And of the fear of what people will think of me and the negative impact their resentment might have on my life.

Some days ago then I came along a book recommendation in some social media. I neither remember the medium nor the book. What I remember though is someone’s comment: ‚A good book with great ideas except that it was somewhat esoterical.‘ My inner voice cried out: ‚Noooo. We need more people who dare to express their spirituality. And we need to break this pattern of putting shame on people who do. We rob ourselves of so many colors – of so many feelings and possibilities.‘ But I kept silent and fell victim to shame.

Even now my cheeks are burning and my heart is racing, when writing this. And I will not allow shame to rob me of expressing myself as all that I am. So here we go:

„I believe that I am connected to something bigger than me and to the people around me. I believe that there is a caring force that presented me with just the life lessons, I need and am capable to learn. I believe, that I am born to this earth with a karmic mission to cleanse my share of the abusive energy of this world. To turn it into beauty in service of the learning of all of mankind. And therefore that I am on a journey to lead a good life of happiness and connection and belonging.“

Gute Arbeitsbeziehungen sind kein Zufall

Ich bin jetzt seit vier Jahren als Agiler Coach unterwegs. In dieser Zeit habe ich gelernt, dass das Fundament für die Wirksamkeit meiner Arbeit in der Güte und Natur der Beziehungen liegt, die ich zu meinen Coachees aufbauen kann. Dies gilt im Grunde immer dann, wenn unser Erfolg davon abhängt, wie wir auf das Verhalten anderer einwirken. Was wiederum zu einem gewissen Grad für jeden eine Rolle spielt, der sich nicht für eine Karriere als Einsiedler entschieden hat.

Tatsächlich können wir gar nicht vermeiden, eine Beziehung zu den Menschen in unserem Umfeld zu haben und somit auch ihr Verhalten zu beeinflussen. Um so überraschender und trauriger ist es, wie sehr wir diese Beziehungen immer wieder dem Zufall überlassen. In meiner Ausbildung zum co-active Coach vor einigen Jahren habe ich mit der “Designed (Partnership) Alliance” ein sehr wirkungsvolles Werkzeug kennen gelernt, um dem entgegen zu wirken.

Anstatt den Zufall walten zu lassen, entscheiden wir uns für ein bewusstes Ausgestaltens der gemeinsamen Beziehung. Das gemeinsame Ziel dabei ist, dass wir uns klar werden, wie unsere Partnerschaft aussehen soll, damit sie für uns alle dienlich und wertvoll ist. Es gibt keinen festen Fragenkatalog, den man dafür abarbeiten muss. Jedes Gespräch verläuft anders. Wie es halt passt für die Beteiligten. Was sie bewegt, und was es zwischen ihnen zu klären gibt. Um es etwas greifbarer zu machen, hier ein paar Beispiele von Fragen und Aspekten, die in meinen Gesprächen mal eine Rolle gespielt haben:

In welcher Atmosphäre und mit welchem Umgang fühlen wir uns wohl oder kreativ? Wie sehe ich meine Rolle? Was erwarte ich im Zuge meiner Rollenausübung zu tun, dass Dir unangenehm sein könnte? Warum möchte oder werden ich es dennoch tun? Was kann ich dafür tun, dass Du Deine Ziele erreichst? Warum bitte ich Dich um Erlaubnis? Worauf kannst Du Dich bei mir verlassen? Wo wird es für mich schwierig? Woran kannst Du erkennen, dass bei mir gerade etwas schief läuft? Wann stehle ich mich davon? Wie möchte ich, dass Du dann mit mir umgehst? Was kannst Du tun, wenn es mal schwierig mit mir wird? Wie wollen wir wieder zueinander finden, wenn es mal gekracht hat? Und vieles, vieles mehr. Und natürlich alles auch umgekehrt möglich.

Ich habe im vergangenen Jahr damit begonnen, dieses Werkzeug intensiver einzusetzen und empfinde die Wirkung als geradezu umwerfend. Schon ein einzelnes dieser Gespräche kann Vertrauen und Klarheit schaffen, wie ich es früher selten erlebt habe. Es kann die Tür dafür öffnen, dass aufkeimende Konflikte frühzeitig auf den Tisch kommen und in einer wohlwollenden und wertschätzenden Atmosphäre geklärt werden. Es kann eine Beziehung schaffen, in denen wir ungewohnt schmerzfrei auch heikle Situationen ansprechen und empfangen können.

Ich gebe zu, es ist ein wenig unbehaglich und nicht immer einfach, den Mut aufzubringen, sich einem anderen so zu offenbaren. Weder wenn man ihn erst wenige Minuten kennt, noch wenn man schon eine Beziehung zueinander aufgebaut hat, in der es nicht üblich ist, über so etwas zu sprechen. Nachdem ich es über ein Jahr verwendet habe, möchte ich es heute nicht mehr missen.

Probier es doch einfach mal selbst! Und lass mich wissen, was Du erlebst, wenn Du Lust dazu hast! Ich freue mich drauf.

Der Agile Entdecker

Gemeinsamer Post mit Olaf Lewitz und Urs Reupke.

Bpeoples scrumarabende auf der Play4Agile sind legendär, und das nicht ohne Grund. Und so ist es kein Wunder, dass mich vor ein paar Wochen bei eben einem dieser Abende Olaf und Alan Cyment mit der Begeisterung für eines ihrer Projekte angesteckt haben: die Übersetzung von Tobias Mayers Buch „The People’s Scrum„. Obendrein war Olaf auf der Suche nach Mitstreitern, ich hatte große Lust etwas mit Olaf gemeinsam zu machen, und Urs liebt Bücher. Alan gab uns einen Haufen Tipps, und seitdem sind wir ein Team…

Wir wollen in den nächsten Wochen immer mal wieder Essays veröffentlichen – das Buch ist ja aus einem Blog entstanden. Auch für die deutsche Version sind wir gespannt auf Feedback!

Der Agile Entdecker haben wir als ersten gemeinsamen Post ausgewählt, weil es der Essay im Buch war, bei dem wir unsere gemeinsame Sprache gefunden haben. Wie viele seiner Essays vereint er Kritik an einem bekannten und verbreiteten Konzept mit einer neue Idee – gerade ausreichend skizziert, um sich inspirieren zu lassen. Tobias sagt uns nicht, was wir tun sollen. Er öffnet unser Herz und unseren Verstand für Neues, manchmal Radikales.

Viel Spaß beim Lesen! Habt ihr Agile Entdecker im Unternehmen? Habt ihr so was schon mal gemacht?

Der Agile Entdecker

Während eines Projekts in Indianapolis unterhielt ich mich mit einem Entwickler.

“Was weißt Du über Atomkraft?” fragte er mich, und erzählte dann, dass er in einem Atomkraftwerk gearbeitet habe. Dort erfuhren alle Arbeiter regelmäßige Schulungen über die Sicherheitsbestimmungen, sogar noch nach langjähriger Anstellung.

Die beste Absicherung gegen eine Kernschmelze sei, sagte er, die Köpfe der Kollegen stets durch aktuelle Erkenntnisse und häufige Erinnerungen an gutes Vorgehen wach zu halten.

Er fragte mich, warum agile Ausbildungen nach einem Durchgang vorüber wären. Er habe in verschiedenen Organisationen während der agilen Transition beobachtet, dass die Leute nach dem Training gut voran kamen und voller Wissen und Begeisterung steckten, diese Energie jedoch schnell verebbte und das gewohnte Verhalten zurückkehrte.

“Auch Softwarefirmen schmelzen”, stellte er fest.

Daraufhin hab ich mich damit beschäftigt, wie Firmen Scrum einführen und verwalten. Die meisten heuern für eine kurze Zeit Berater oder Trainer an.

Die Engagierteren unter ihnen besorgen sich einen Scrum Master, der von einem der zahllosen Verbände zertifiziert ist – im festen Glauben, das Zertifikat gewähre Qualität. Beide Ansätze erreichen dieses Ziel selten.

Hin und wieder habe ich den Gedanken, dass der Begriff des “Scrum Masters” die Agile Bewegung aufhält, dass diese Position die Selbstorganisation behindert. Zwar ist die Absicht gut, doch in der Praxis wird die Rolle viel zu oft herabgewürdigt zum Metriksammler, zum Prozesswachhund, im schlimmsten Fall sogar zur Scrumpolizei oder zum agilen Projektmanager.

Dadurch entreißt man dem Team Verantwortung, und die Menschen unterwerfen sich dem Prozess, der ihnen aufgebürdet wird.

Tobias Mayer

Tobias Mayer

In den letzten zwei Jahren ist die Rolle des Scrum Masters in meinen Kursen immer mehr in den Hintergrund getreten. Ich beschreibe Scrum als die Beziehung zwischen Product Owner und Team und erforsche diese Beziehung in Hinblick auf Teamkultur, Fokus, gemeinsame Ausrichtung und Zusammenarbeit.

Scrum verspricht engagierte Teams und glückliche Kunden, aber dieses Versprechen löst das Problem der Kernschmelze nicht. Die Organisation muss nach wie vor einen nachhaltigen Weg finden, um kontinuierliche Verbesserung rund um die Grundprinzipien des Scrum-Frameworks zu etablieren.

Scrum Master sind dieser Weg nicht, denn Scrum Master sind stets auf den untersten Rängen des hierarchischen Totempfahls angesiedelt. Häufig müssen sie einer Projektmanagementabteilung Rede und Antwort stehen oder einem Entwicklungsleiter. Sie haben wenig Autonomie und werden oft zu Helfershelfern des Status Quo.

Auch agiles Coaching ist nicht der Weg. Coaching hilft Einzelnen und Teams sich selbst zu verwirklichen, doch wie bei einer Therapie kommt der Moment, an dem der Coachee die Beziehung beenden muss. Tut er es nicht, läuft er Gefahr, sich mit seinem Coach im Kreis zu drehen und gemeinsam eine ungesunde Beziehung gegenseitiger Abhängigkeit zu schaffen.

Der Weg scheint mir zu sein, Agilität in die DNS der Organisation zu injizieren. Wir wissen, dass Viren die DNS von Organismen verändern können, wenn sie nur stark genug sind, die Antikörper des Wirts abzuwehren. Um die Kultur der Organisation zu verändern, brauchen wir genau so ein Virus.

Daher möchte ich eine neue Rolle vorschlagen, um das Virus zu verbreiten: Den Agilen Entdecker. Diese Rolle ist anders als die des “Paten der Agilität”. Der Pate ist jemand – häufig ein Geschäftsführer oder der Chef der Entwicklungsabteilung – der sagt: “Jetzt aber agil!”, aber der weder versteht, welcher Änderungen in der Organisation dieser Schritt bedarf, noch die Zeit hat, sich auf wirkliche Veränderung einzulassen.

Der Agile Entdecker ist jemand, der auf der Suche nach Wissen in unerforschtes Land reist. Er oder sie ist ein Visionär und ein furchtloser Abenteurer, der durch seine Handlungen andere inspiriert selbst aufzubrechen.

Agiler Entdecker ist ein Vollzeitjob. Am besten ist es, wenn er niemandem unterstellt ist, doch wenn es sein muss, dann sollte er der Geschäftsführung berichten, und zwar in einer autonome Position, deren Leistung nicht gemessen wird.

Es ist nicht die Aufgabe des Entdeckers, Teams zu coachen oder anderen zu helfen, besser mit Scrum umzugehen.

Er oder sie soll zuhören, denken, inspirieren, konfrontieren, anheizen, herausfordern und die kollektiven Augen der Organisation öffnen, damit sie neue Möglichkeiten erblicken können. So sät er die Saat eines neuen Seins.

Ein guter Agiler Entdecker bringt sich in die agile Gemeinschaft außerhalb seiner Firma ein, nimmt an Veranstaltungen teil, diskutiert online, liest ausgiebig, lernt Neues und fördert den Dialog mit anderen Organisationen und Individuen. Er sorgt für den Austausch im Haus, begründet Gesprächsrunden und Workshops und fördert Ideen rund um experimentelle Verbesserung.

Insbesondere aber ermutigt er andere, es ihm gleich zu tun.

Der Agile Entdecker webt aus Silos und Hierarchien faszinierende Werke kinetischer Kunst, die Ehrfurcht und Erstaunen erwecken. Diese Umgebungen lassen Selbstorganisation gedeihen; gegenseitiges Coaching floriert und ersetzt teure Hilfsarbeiter, die sich nicht ums Ergebnis scheren. Das Engagement wird stärker, die Freude wächst – und die Kernschmelze bleibt aus, Tag um inspirierten Tag.

Tobias Mayer, 19. April 2012

Tribal Leadership: Das Ende der Gewalt

Vor einer Weile bin ich auf das Buch ‘Tribal Leadership’ gestoßen. Und da ich mich sowohl sehr für Gesprächs- und Verhaltenskultur von Gruppen als auch für Leadership begeistern kann … Bingo. Dieses Buch kombiniert beides. Es stellt ein 5-stufiges-Model von möglichen Kulturen vor, die in einem Stamm (tribe) vorherrschen können, und erklärt welche Form von Führung die Kultur auf eine neue Entwicklungsstufe anheben kann.

Aus Krieg ward Frieden

Dies ist eine Geschichte von Krieg und Frieden. Und es ist die Geschichte eines kleinen Mädchens von 13 Jahren. Zeit ihrer Erinnerung hatte sie unter dem Mantel von Gewalt durch die Älteren, die Stärkeren gelebt. Und das war schon okay. Sie kannte es nicht anders, denn so war schließlich das Leben. Jetzt langsam jedoch wurde sie größer und stärker.

Wenn ihr Bruder sich ihr näherte, wehrte sie sich mit ihren Zähnen, bis seine Arme bluteten. Und manchmal ließ er von ihr ab. Wenn jemand in der Schule besonders gemein zu ihr war, raufte sie ihn zu Boden und zeigte ihm mit ihren Fäusten ihre Stärke und ihre Wut. Und immer häufiger, nahm sie sich einfach das, was sie haben wollte. Lügen, Stehlen und Austeilen fanden einen Platz in ihrer Natur.

Einzig der ‘Vater’ war noch zu stark und brachte sie zum Flehen. Und wenn sie fort lief, brachte man sie wieder zurück. Doch sie hatte einige Leute kennengelernt, die stark waren und die sich nichts gefallen ließen. Jetzt musste sie ihnen nur noch beweisen, dass sie stark genug war, um dazu gehören zu dürfen. Dann würde auch das ein Ende nehmen. Dann könnte niemand sie mehr zurück in DAS Haus bringen.

An einem Freitag Nachmittag als sie aus der Schule in DAS Haus kam, war der ‘Vater’ schon dort. Er kam freitags immer früher nach Hause, doch so früh war er gewöhnlich nicht. Und er wartete auf sie. Der Schreck fuhr ihr in die Glieder, und ihr Herz wurde augenblicklich finster und hart. Er sagte, er würde gerne mit ihr ein Eis essen gehen. Sie wollte nicht, doch sie traute sich auch nicht, nein zu sagen. Und so gingen sie gemeinsam über die Straße zum Italiener.

Im Café stellte der ‘Vater’ viele Fragen, denen das Mädchen nur ausweichend antwortete. Als er dann nach fast einer Stunde, seine Besorgnis über die neuen Freunde zum Ausdruck brachte, verlor sie die Fassung. “Ich lass mir die nicht wegnehmen,” schrie sie. “Die mögen mich.” Es bliebe einen Moment still, und ihr Herz pochte wie wild. Doch sie wusste nicht, was sie mehr fürchtete, die Wut des ‘Vaters’ oder schließlich doch allein da zu stehen. Nach einer Weile durchbrach er die Stille. “Ich will sie Dir gar nicht wegnehmen. Ich möchte es nur verstehen.”

Die beiden redeten noch eine Stunde weiter. Der Vater gab einige Wünsche preis, die er für das Mädchen hatte. Sie erzählte ihm von der Schule und ihrem Tag. Als sie zurück in DAS Haus kehrten, war Licht dort eingezogen. In diesen zwei Stunden fand der Jahre währende Krieg und die Gewalt in einer Familie ein jähes Ende.

Kommentar

Tribal Leadership führt Stufe 1 (stage 1) als die niedrigste Entwicklungsstufe eines Stammes ein. Ihr liegt der Gedanke zugrunde: “Das Leben ist Scheiße.” (“Life sucks”)

Diese Geschichte beschreibt eine Zeit meiner Jugend, nachdem ich den Abstieg in eine Stufe 1 Denkweise gemacht hatte und Gefahr lief, mich einem Stamm mit Stufe 1 Kultur anzuschließen. Ich hatte begonnen nach einer Mentalität vom Recht des Stärkeren zu leben. Wenn es in meiner Macht stand, dann stand es mir auch zu entsprechend zu handeln. Das Leben ist halt Scheiße, und besser es trifft Dich als mich.

Ich kann mich noch erinnern, dass ich beim Lesen gedacht habe. ‘Ach. Stufe 1. Das hat doch nichts mit mir zu tun.’ Im Buch sprechen sie von Gefängniskulturen und Bandenkriminalität, von Waffengewalt und Feindseligkeit. Keine dieser Extreme spielten in meinem Leben eine Rolle, so dass ich mich in dieser Hinsicht zunächst in Sicherheit gewiegt habe. Ich war daher sehr überrascht, als ich erkannte, dass ich selbst für eine Weile auf dieser Stufe gelebt hatte.

Mit dieser Erkenntnis bin ich heute noch dankbarer für diesen Nachmittag in der Eisdiele. Er hat die Gewalt in meinem Leben beendet und meinen Glauben begründet, dass es nie zu spät dafür ist, einander von Mensch zu Mensch zu begegnen. Mir ist bis heute allerdings nicht klar gewesen, vor welchem Weg mich diese Kehrtwende bewahrt hat.

Habt ihr Erfahrungen mit Stufe 1 gemacht? Wie wurde sie verlassen?